Drohnen: Es gilt Vorschriften zu beachten und den Naturschutz auch

Die Zahl der Drohnen steigt in Österreich stetig an, es dürften schon mehr als 100.000 Geräte – vom Spielzeug bis zum Forschungsinstrument – im Einsatz sein. Trotz Spaßfaktor gilt es sowohl im privaten als auch gewerblichen Bereich, Vorgaben und Regeln zu beachten.

Es gibt beim Fliegen mit Drohnen rechtliche, technische und fliegerische Aspekte im Sinne der Sicherheit für alle. Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen Spielzeug, Flugmodell und unbemannten Luftfahrzeugen der Klasse 1 oder 2. Hier gilt es, sich genau zu informieren, ob und welche Bewilligungen für den Betrieb erforderlich sind und welche Anforderungen für deren Betrieb vorgesehen sind. Außerdem müssen Drohnenflieger wissen, wo geflogen werden darf und wo nicht. Die rechtlichen Grundlagen finden sich im Luftfahrtgesetz, zuständige Behörde für Bewilligungen ist die Austro Control. Was für alle Drohnen gleichermaßen gilt, sind folgende Verbote: Es darf keinen Betrieb bei Dunkelheit, kein Überfliegen von dicht besiedeltem Gebiet, von Menschenansammlungen (außer mit behördlicher Genehmigung), von feuer- oder explosionsgefährdetem Industriegebiet und in Kontroll- und Sicherheitszonen von Flughäfen bzw. dem Nahbereich von Flugplätzen geben. Wild, Vieh oder Zugtiere dürfen durch den Drohnenfl ug weder beunruhigt noch gefährdet werden. In puncto Personenschutz sind auch Datenschutzbestimmungen zu beachten. Personen dürfen nicht gefährdet werden, es darf niemand fotografiert oder gefi lmt werden, der das nicht möchte, und Grundstückseigentümer müssen ihre Zustimmung für ein Abheben auf ihrem Boden geben.

Neue Drohnen-App von Austro Control
Mit der App „Drone Space“ bietet Austro Control eine Orientierungshilfe für alle Drohnenbesitzer an, damit auf Knopfdruck klar wird, ob am jeweiligen Standort geflogen werden darf. Das Kartenmaterial basiert topaktuell auf den offi ziellen Luftfahrtkarten von Austro Control und bietet die Möglichkeit, standortbezogene Informationen über die Luftraumstruktur abzurufen. Mit der App erhalten Benutzer auch generelle Infos zur Bewilligungspflicht von Drohnen in Österreich. Eine freiwillige Account- Erstellung bietet zusätzliche Funktionen wie ein Logbuch oder „Fly-Now“. „Drone Space“ steht kostenlos im Apple App-Store und im Google Play Store zum Download zur Verfügung. Weiterführende Infos zum Thema Drohnen gibt’s auf www.austrocontrol.at/drohnen.

Nationalpark Gesäuse: Drohnen und Naturschutz
Da bei den zahlreichen Informationen über Drohnen das Thema Naturschutz oftmals zu kurz kommt, weist der Nationalpark Gesäuse im Besonderen darauf hin, wie das Fliegen in seinem Gebiet geregelt ist. „Besonders störungsempfindlich sind die Flussuferläufer im Tal und die Felsenbrüter wie Steinadler, Wanderfalke und Uhu in den Felswänden. Aber auch Wildtiere am Boden können von Fluggeräten massiv gestört werden“, berichtet Daniel Kreiner, Naturschutzleiter im Nationalpark. „Das Überfl iegen mit Flugzeugen oder Sportgeräten ist auf einem Teil der Fläche gestattet, sofern die Mindestfl ughöhe von 150 Metern eingehalten wird.

Das ist freilich nicht viel und es liegt am einzelnen Piloten, ob er die Ziele des Nationalparks respektiert und freiwillig höher fliegt.“ Für Horschschutzzonen im Gesäuse hat die Landesregierung übrigens ein generelles Flugverbot verordnet. Das Starten und Landen ist Rettungshubschraubern vorbehalten. Ausnahmen fürs Landeverbot erteilt die Nationalparkverwaltung für notwendige Materialtransporte. Für Drohnen wird keine Start- und Landeerlaubnis erteilt. Weiters wird ersucht, nicht ins Nationalparkgebiet hineinzufliegen, was im Randbereich ja möglich wäre.

Foto: Nationalpark Gesäuse


Kategorie: Auto & Motor